Kompromisslos musikalisch zum Selbstbau
Aufbau-Anleitung Bausatz

hoer-wege DA-POWER

Vorbereitung: Als Werkzeug benötigen Sie mindestens einen Lötkolben (z.B. ERSA 30 mit verschieden breiten Spitzen), einen Elektronik-Seitenschneider und einen Kreuzschlitz-Schraubendreher. Hilfreich ist eine Biegelehre zum Umbiegen der Dioden-Beinchen, und ein Stückchen Schaumstoff, mit dem sich die nicht angelöteten Bauteile beim Umdrehen der Platine festhalten lassen.
Überprüfen Sie die Bauteile auf Vollständigkeit (Liste siehe unten) und sortieren Sie entsprechend der Bauteilhöhe: Die flachen Bauteile wie Dioden, Festinduktivitäten und Widerstand werden zuerst verlötet, danach die Folien-Kondensatoren, Stiftleisten, Sicherungs-Halter usw. Die RK-Trafos kommen zuletzt auf die Platine.


Damit die Kupfer-Beschichtung der Platinen nicht beschädigt wird, Auslöten falsch eingesetzter Bauteile NUR mit Entlötlitze, nicht mit Entlöt-Pumpe. Wer keine Lötstation benutzt, sollte die Lötkolben-Spitze ab und zu "erden" (am Schutzleiter der Steckdose). Nie bei Gewitter löten !

Aufbau der Schaltung: Links in der Mitte gelangt die Netzspannung über den zweipoligen Platinenverbinder auf das Board, anschließend folgt ein Kondensator zur Entprellung eines (optionalen) Netzschalters, dann nach oben und unten jeweils eine stromkompensierte Drosselspule und ein weiterer Kondensator als Netzfilter. Über den Sicherungs-Halter geht es zur Primärseite der RK-Trafos.
Auf der Sekundärseite schließen sich 3 Vollwellen-Gleichrichter an, die mit je 4 Dioden plus parallel-geschalteten Folien-Kondensatoren aufgebaut sind. Beim 2 x 7V-RK-Trafo werden beide Wicklungen separat gleichgerichtet, der 2 x 12V-RK-Trafo liefert durch das "in Reihe schalten" beider Wicklungen eine symmetrische Ausgangs-Spannung von ca. +/- 16V nach der Gleichrichtung.
Über die schnellen Speicher-Kondensatoren geht es direkt oder über einen Spannungs-Regler zum Ausgang, die Folien-Kondensatoren sollen entweder letzte HF-Reste gegen Masse kurzschließen, oder die Spannungs-Regler am Schwingen hindern. Die Fest-Induktivitäten bilden zum Einen ein Filter in Verbindung mit der Siebkapazität, und zum Anderen helfen sie Auswirkungen der Schwingungsneigung der Spannungs-Regler auf die Ausgangs-Spannungen zu verringern. Die 4 Dioden 1N4004 am Ausgang schützen die Spannungs-Regler vor Spannungsspitzen falscher Polarität beim Abschalten bzw. beim (versehentlichen) Anschließen einer Spannungsquelle am Ausgang dieser Platine.

Zusammenbau 1: Dioden und Festinduktivitäten
Sie beginnen mit dem Widerstand 1K2, den Dioden D1 - D12 (=BYV 27/200) und D13 - D16 (=1N4004), sowie den Festinduktivitäten L1 - L6. Die Bohrungen für diese Bauteile sind alle im Rastermaß 10mm, das Umbiegen der Beinchen sollte mit einer Biegelehre erfolgen. Die Festinduktivitäten werden direkt umgebogen, dann paßt es schon.
Soll kein +5V-Spannungs-Regler eingesetzt werden (der Regelfall), muss stattdessen eine Drahtbrücke die beiden äußeren Pins verbinden, z.B. ein abgeschnittenes "Beinchen" des Widerstands. Wenn die Platine z.B. erhöht auf einem kleinen Karton liegt, können die Bauteile eingesetzt und bis zur PL-Oberfläche abgesenkt werden. Das Einsetzen der Bauteile erfolgt nach dem Bestückungs-Aufdruck auf der Oberseite der Platine. Die Dioden sind gepolt, die BYV 27/200 haben einen WEISSEN Körper mit SCHWARZEM Ring, die 1N4004 haben einen SCHWARZEM Körper mit SILBERNEM Ring.

Falschpolung nur einer Diode führt zu einem Kurzschluss, der sofort nach dem Einschalten zur Zerstörung der Sicherung(en) führt !!
Nach Bestückung der oben genannten Teile ein Stück Schaumstoff o.ä. fest auf die Platine drücken und diese umdrehen. Jetzt die Bauteile auf der Unterseite der Platine anlöten, Dioden sind Halbleiter und deshalb nicht unbegrenzt hitzefest, immer jeweils nur ein Beinchen anlöten. Der Wärmeübergang auf die Platine und das Bauteil erfolgt über das (schmelzende) Lötzinn, deshalb zuerst das beigefügte Lötzinn an die Stelle halten und dann die Lötkolben-Spitze (Temperatur ca. 350) an das Bauteil und auf die Platine setzen. Eine Lötung sollte nicht länger als 10 Sekunden dauern, andernfalls ist die Spitze zu klein (Kontaktfläche zu gering) oder zu schlecht (keine gute Oberfläche), oder der Kolben nicht leistungsfähig genug. Die HiFiWERKSTATT z.B. arbeitet mit Lötstationen, die bis zu 180 Watt liefern können.
Anschließend die Platine umdrehen und schauen, ob alle Bauteile fest auf der Platine liegen, wenn nicht: Bitte korrigieren! Wenn ja: Auch die anderen Beinchen anlöten ! Anschließend alle Beinchen mit dem Seitenschneider kürzen und auf saubere Lötstellen kontrollieren (=hochglänzend) und eventuell nachlöten. Die Kupferfläche der Platine ist zusätzlich verzinnt, was das Löten erheblich erleichtert.

Zusammenbau 2: Folien-Kondensatoren und Stiftleisten
Es gibt nur 2 Arten Folien-Cs, die blauen 10n-FKS, die zu den Dioden parallel geschaltet werden, und die roten 0µ22-MKS, die die Spannungs-Regler am Schwingen hindern sollen. Drei weitere blaue 10n-FKS legen ein Metall-Gehäuse über die Befestigungs-Bolzen auf Masse, und verringern damit die durch die kapazitive Einkoppelung der Trafos auf das Gehäuse entstehende Wechselspannung.
Nach dem Anlöten der Folien-Cs sollten auf dem linken Teil der Platine die Sicherungs-Halter, die Ölpapier-Kondensatoren und der Platinen-Verbinder eingesetzt und eingelötet werden, anschließend die großen Siebkondensatoren rechts und die beiden Drosselspulen links.
Wir empfehlen, auf der "230V-Wechselstrom-Seite" die Beinchen möglichst kurz abzuschneiden und anschließend nochmal zu verzinnen, so dass keine scharfen Kanten vorstehen und Funken nicht so leicht überspringen können. Dieser Schritt ist bei 230V-Spannung nicht unbedingt erforderlich, schadet aber auch nichts !!
Die großen Siebkondensatoren sind gepolt, und selbst Profis setzen Elektrolyt-Cs "gerne" falsch gepolt ein, deshalb bitte besonders sorgfältig arbeiten. Ebenfalls erst nur ein Beinchen anlöten, und dann kontrollieren, dass die Kondensatoren !!FEST UND GERADE!! auf der Platine sitzen, eventuell nacharbeiten und dann das andere Beinchen anlöten.

Zusammenbau 3: Fast haben Sie es geschafft!
Jetzt die Spannungs-Regler einsetzen, das blanke Rückenteil muss über dem dicken Strich liegen (+12V liefert der 7812, -12V liefert der 7912) und die LED, Plus ist das längere Beinchen. Wenn DA-POWER in ein Gehäuse eingebaut wird, ist eine Betriebsanzeige vorgeschrieben, deshalb die LED "von außen" sichtbar machen durch z.B. Montage in der Frontwand, die Stromzuführung erfolgt dann über zusätzliche Kabel, die statt der LED auf die Platine gelötet werden.
Vor Montage der Trafos sollte die Platine gereinigt werden, die Flussmittelreste lassen sich z.B. mit einem harten Pinsel und Terpentin-Ersatz lösen, anschließend die Platine gründlich in warmen PRIL-Wasser spülen, UND ÜBER NACHT TROCKNEN LASSEN !!!

Zusammenbau 4: RK-Trafos einsetzen und Inbetriebnahme!
Die Trafos auf eventuell verbogene Anschlüsse kontrollieren und einsetzen, mit der Schraube befestigen. Anschließend erst die Beinchen kürzen und dann anlöten. Jetzt sollte die Platine anhand des Bestückungs-Ausdrucks nochmals auf korrekten Sitz und Polung der Bauteile überprüft werden, die Unterseite (möglichst mit Lupe) auf einwandfreie Lötstellen überprüfen. Wie es am Ende aussehen muss, zeigt das Bild. Wenn ALLES OK ist, die Sicherungen (80mA-T, Ersatz gibt es z.B. mit der Conrad-Bestellnr.: 533416, die Trafos sind nicht kurzschlussfest!) einsetzen und die Schutzabdeckungen aufsetzen.

!! Keine Inbetriebnahme ohne die Schutz-Abdeckungen auf den Sicherungs-Haltern !!
!! Die Berührung spannungsführender Teile ist potentiell lebensgefährlich !!

Am grünen Platinen-Verbinder wird das mitgelieferte Netzkabel angeschlossen, die blaue und die braune Ader hier festschrauben, die "Phase" ist gekennzeichnet (=LIVE). Die gelbgrüne Ader ist der Schutzleiter, der mit einem (Metall-) Gehäuse neben der Kabeldurchführung verbunden werden sollte. Bitte achten Sie in jedem Fall darauf, dass kein Kontakt der gelbgrünen zu den beiden anderen Adern des Netzkabels möglich ist !!


Bevor Sie das Netzteil mit dem 230V-Netz verbinden, stellen Sie sicher, dass die Platine auf einer isolierenden Unterlage steht (z.B. einem Holzbrett oder einer Zeitung/Zeitschrift), und keine Verbindungen der Primärseite mit irgendwelchen anderen Teilen bestehen noch entstehen können. Ebenso wenig dürfen auf oder unter der Platine lose Kabel, Kabelreste oder andere leitfähige Teile liegen.
DA-POWER nur ganz kurz einschalten und sofort wieder ausschalten, leuchtet die LED und hat sich keine der Sicherungen durch einen "Blitz" bemerkbar gemacht, können Sie mutig die abschließenden Tests angehen. Überprüfen Sie auf korrekte Spannungen am Ausgang: Die 4-fach Stiftleiste oben führt an den beiden mittleren Pins Masse oder 0-Volt (=GND), oben und unten ca. +10V, gemessen gegen die mittleren Pins der 4-fach Stiftleiste. Die 3-fach Stiftleiste unten führt am mittleren Pin Masse oder 0-Volt, oben -12V und unten +12V, gemessen gegen den mittleren Pin der 3-fach Stiftleiste. Diese "umständliche" Messung ist notwendig, da die Massen beider Trafos auf DA-POWER nicht verbunden sind, denn das sollte auf der DAC-Platine erfolgen, oder per Kabel an den 3- und 4-fach Schraubklemmen.

Nach erfolgreicher Inbetriebnahme sollte die Unterseite der Platine mit Schutzlack (z.B. PLASTIK 70 von Kontakt-Chemie) versiegelt werden, trotzdem sollten beim Einbau in ein Metall-Gehäuse 10mm Abstand zum Bodenblech nicht unterschritten werden, empfohlen wird die Benutzung isolierender Abstands-Halter. Was Sie noch wissen sollten, finden Sie bei der Beschreibung der Platine DA-POWER.

Teileliste des hoer-wege Bausatzes DA-POWER  [nach oben]

Position Menge Bezeichnung
     
1 1 + 1 + 2 Widerstand 1K2 + gelbe LED + Kabel
2 12 + 4 Dioden BYV 27/200 + 1N4004
3 6 Festinduktivitäten 10µH
4 15 10n-FKS-Folien-Cs
5 6 0µ22-MKS-Folien-Cs
6 3 0µ047-MP3-Y2-Cs
7 2 + 2 + 2 Si-Halter; Abdeckungen; Sicherungen
8 2 Drosselspulen 10mH
9 2 + 2 10VA-RK-Trafos; Schrauben
10 1 + 1 2-pol. PL-Verbinder; Netzkabel
11 1 + 1 3-pol. + 4-pol. Stiftleiste
12 1 + 1 3-pol. + 4-pol. Schraubklemme
13 1 + 1 Platine DA-POWER; Anleitung
14 1 + 1 + 3 Lötzinn; Entlötlitze; Lötaugen
15 1 + 1 Spannungs-Regler Plus = 7812; Minus = 7912
16 12 2200µ25V PANA-FC

PREISE und OPTIONEN: Hier finden Sie in übersichtlicher Tabellenform alle Preise und Optionen zum Bau ganzer Geräte mit den Platinen, Gehäusen und Frontplatten der HiFiWERKSTATT, getrennt nach:

DA-Wandler-Projekte
CD-Spieler-Projekte
Verstärker-Projekte.


HiFiWERKSTATT hoer-wege
Stephan Horwege
Gallberg 40
28790 SCHWANEWEDE

Ortsteil Neuenkirchen bei BREMEN

Hotline: Die HiFiWERKSTATT hoer-wege beantwortet unter der Telefon: 0421 / 647321 Montag - Freitag von 15:00 bis 19:00 Uhr alle Ihre Fragen gerne. Mailto: hifiwerkstatt@ewe.net