Kompromisslos musikalisch – zum Selbstbau
Die neuen Scheiben:

Musik-Tipps der HiFiWERKSTATT hoer-wege

Neue und gute Scheiben von 2005 + 2006


Dass wir hier solange keine CDs mehr empfohlen haben, heißt nicht, dass keine guten Scheiben erschienen sind. Es bedeutet nur, dass wir dank reichlich Bestellungen so mit Arbeit eingedeckt waren, dass keine Zeit für eine der schönsten Beschäftigungen geblieben ist !! Die Aufzählung stellt keine Wertung da, trotzdem werden einige der Scheiben, die uns am meisten "beeindruckt" oder begeistert haben, zuerst genannt (aber nicht alle !!).

T-BONE BURNETT - the true false identity hat endlich, ich glaube nach mehr als 7 Jahren, wieder eine CD heraus gebracht !! In der langen Zwischenzeit hat Mr. Burnett zwar diverse CDs produziert, aber nichts "Eigenes" veröffentlicht. Wer einmal das Vergnügen hatte, den Mann auf der Bühne zu erleben, wird T-Bone Burnett wohl kaum wieder vergessen. Auch wenn dieses Erlebnis bereits vor mehr als 20 Jahren stattfand, ist es mir immer noch präsent !! Klar, dass ich seitdem jeder neuen Scheibe entgegen gefiebert habe, die auch damals schon nur selten und in langen Abständen erschienen sind.
Prinzipiell hat sich nichts geändert, also Singer-/Songwriter-Musik vom Feinsten (man beachte den Titel der CD !!), mit ansprechenden, wenn auch manchmal schwer zu deutenden Texten. Musikalisch abwechslungsreich und akustisch, dennoch kommt hier und da Elektronik zum Einsatz. Exzellente Begleitmusiker, u.a. Jim Keltner - drums und Marc Ribot - guitars, perfekt produziert und aufgenommen, eine Scheibe, die nie langweilig wird !!

DHAFER YOUSSEF - divine shadows hat ebenfalls eine neue CD herausgebracht !! Wir sind auch diesmal rundherum begeistert, die Musik besteht wieder aus akustischen Instrumenten und Elektronik, dazu diese hypnotisierende Stimme !! Das Album ist eher "dunkel timbriert", aber da weint niemand seinen Weltschmerz hinaus, eher im Gegenteil. Eine Musik für die späten Stunden im abgedunkelten Hörraum, günstiger und schneller taucht man nicht in eine fremde, faszinierende Welt ein !! Weder sperrig noch schräg, einfach hypnotisierend !!

FERENC SNETBERGER - NOMAD Wer bisher kein Fan von Ferenc Snetberger ist, sollte sich unbedingt diese CD anhören !! Akustische Gitarre, zusammen mit dem akustischen Bass von Arild Anderson und den Drums von Paolo Vinacchia, sowie sehr vorsichtiger Einsatz von Elektronik. 3 Meister an Ihren Instrumenten tun das, was Sie am Besten können - nämlich einfach nur Musik machen !! Zurücklehnen, und sich am perfekten Zusammenspiel und schönen bis sehr schönen, eher ruhigen Stücken erfreuen. Dazu eine Aufnahme-Qualität, die heute leider nicht selbstverständlich ist !! Jan Erik Kongshaug saß im Rainbow Studio in Oslo an den Reglern, aufgenommen wurde mit 24 Bit und 96kHz, und zum Schluss für die CD "downgesampelt". Heraus gekommen ist eine absolut natürliche Atmosphäre, in der jeder Musiker und jedes Instrument seinen eigenen "Raum" einnimmt. Ein sehr gelungenes Beispiel dafür, das perfekte Aufnahmen und eher ruhige Stücke alles andere als langweilig klingen können !!

WOLFGANG HAFFNER - zooming hat bereits 2004 diese CD herausgebracht, aber ich bin erst jetzt darauf aufmerksam geworden, und finde die Musik so gut, dass ich sie hier unbedingt erwähnen muss !! Der Schlagzeuger Wolfgang Haffner ist in vielen Musikstilen "zu Hause", und auch ein ausgezeichneter Songwriter, Arrangeur und Produzent. Hier verquickt er mit exzellenten Mitstreitern zeitgenössischen Jazz mit den Möglichkeiten der elektronischen Musikbearbeitung, als Ergänzung zu den akustischen Instrumenten. Und wenn das wirklich gute Musiker machen, dann kommt etwas sehr hörenswertes dabei heraus.
Beteiligt an dieser CD sind u.a. Rebecca Bakken, Till Brönner - Flügelhorn, Lars Danielsson - Bass + Cello, Johannes Enders - Saxophones + Bass Clarinet + Flute, Roberto di Gioia - Piano + Wurlitzer + Rhodes, Eythor Gunnarsson - Rhodes, Jimi Preston - Rhodes, Martin Koller - Electric Guitars, Frank Kuruc - Acoustic Guitars, Nils Landgren - Trombone, Tim Lefebvre - Bass, Vladislav Sendetzki - Piano, und natürlich Wolfgang Haffner - Drums, Rhodes, Programming, der diese CD auch produziert hat (www.skiprecords.com).

RABIH ABOU-KHALIL - Journey to the center of an egg Wir sind bereits seit langem Fan des libanesischen Oud-Spielers, wer einmal im Konzert war, und neben der mitreißenden Musik den "Geschichtenerzähler" Abou-Khalil erlebt hat, wird uns verstehen !! Herausragend für uns sind neben vielen guten Alben "Sultan's Picnic" und "From Dusk to Dawn", ähnlich gut ist ebenfalls die aktuelle CD !! Hier einige Ausschnitte von der ENJA - Homepage:
Was auf dem aktuellen Album passiert, ist selbst für Abou-Khalil Neuland. Joachim Kühn, Pianist aus Leipzig, Weltbürger und einer der bekanntesten Jazzmusiker Europas, hat sich in Abou-Khalils Musikkosmos hineinbegeben. Der 61-jährige Kühn, der auf rund 200 Platten zu hören ist und seine Wurzeln gleichermaßen bei Johann Sebastian Bach und Ornette Coleman sieht, bringt die ganze Raffinesse und Erfahrung seiner langen Karriere mit: Er improvisiert voller Überzeugungskraft, setzt Kontrapunkte und "funky" Akzente, trägt die gemeinsame Musik zu neuen Ufern, wirbelt sie herum und bringt sie wieder sicher nach Hause. Hier prallen zwei meisterliche Konzeptionen aufeinander und führen zur kreativen Explosion.
Das Klangbild dieses Albums dürfte eine Premiere sein: Abou-Khalils brillante Oud (die arabische Knickhalslaute) im Verein mit Kühns Flügel (und Saxophon!), dazu die Trommelkunst von Jarrod Cagwin, Abou-Khalils erfahrenem Drummer, der gleichermaßen im Jazz wie in türkischen, afrikanischen oder indischen Rhythmen zu Hause ist. Was zwischen diesen Dreien stattfindet – eine Interaktion voll verblüffender Pointen und Wendungen, mit Humor und doppeltem Boden –, gehört wohl zum Spannendsten und Unterhaltsamsten, was es in der Improvisations-Musik heute zu entdecken gibt.
(www.enjarecords.com)

WOLFGANG MUTHSPIEL TRIO - Bright side Wunderschöne Trio - Musik, Wolfgang Muthspiel an den Guitarren, Matthias Pichler am Bass, und Andreas Pichler an den Drums !! Vorgestellt wird die neue Band des Wolfgang Muthspiel, diese CD ist nach vielen gemeinsamen Live-Auftritten entstanden. Die Stücke wurden von Wolfgang Muthspiel geschrieben (außer East Coasting - Charles Mingus), ohne dass ein Konzept oder eine bestimmte Absicht dabei zugrundelag. Somit können wir uns alle einfach am Klang erfreuen, und das gelingt wunderbar !!

ANOUR BRAHEM - Le voyage de sahar Anouar Brahem, geboren in Tunesien 1957, wird als der innovativste Oud-Spieler seines Landes gesehen. Mit dem Wissen um die Geheimnisse der klassischen arabischen Musik ging Anour Brahem hinaus und traf den Rest der Welt, als gebildeter, moderner Musiker mit gründlichem Wissen der Geschichte.
Während seiner Zeit in Paris in den frühen achtziger Jahren, wurde Brahem auf den Jazz und auf die "ECM - Musik" aufmerksam, was Ihn Manfred Eicher als Produzent aufsuchen ließ. Die Zusammenarbeit hat seit 1990 zu den Alben "Barzakh", "Conte de l’Incroyable Amour", "Madar" (with Jan Garbarek), "Khomsa", "Thimar" (with John Surman and Dave Holland), "Astrakan café", und "Le pas du chat noir" geführt, von denen "Astrakan café" weiter unten auf dieser Seite, und "Thimar" hier bereits vorgestellt wurden. Insbesondere die CD "Le pas du chat noir" von 2002, die eine großen Fortschritt von Brahem als Komponist und als Oud-Spieler bedeutet, wurde auch von Kritikern hochgelobt. Die Musik wurde mit François Couturier and Jean-Louis Matinier eingespielt, begeisternd ist die sanfte Intensität, und dass die Stücke zwar in den arabischen Rhythmen und Stimmungen fußen, aber Kontakt zu anderen Musikstilen gefunden haben.
Le Voyage de Sahar enthält beeindruckende, ruhige, dabei emotional starke, neue Kompositionen von Anouar Brahem, und enthält neue Deutungen zu drei seiner beim Publikum beliebtesten Stücke: Vague, E la nave va + Halfaouine (www.ecmrecords.com).

PAUL MOTION BAND - Garden of Eden Über Paul Motian, geboren 1931 in Philadelphia, muss man wohl hier nicht viel sagen. In den Trios von Bill Evans, Paul Bley und Keith Jarrett, brachte sein Sinn für Rhythmus Jazz zu neuen Horizonten.
Diese CD wurde bereits 2004 in New York aufgenommen, und ist das erste ECM Album der Gruppe, die sich vorher die Paul Motian Electric Bebop Band nannte. Bebop und Verwandtes spielt nach wie vor eine wichtige Rolle, wird aber zunehmend durch eigene Stücke von Motian ergänzt. Gespielt wird das mit 3 Gitarren und 2 Saxophonen, sowie Bass und Schlagzeug.
Hier noch einige Ausschnitte aus dem ECM - Text: "The jazz repertoire material here includes two Charles Mingus tunes which open the performance: “Pithecanthropus Erectus”, Mingus’s cinematic account of the rise and fall of man (played very ‘noir’ by the Motian group), and “Goodbye Pork Pie Hat” the famous and heartfelt tribute to Lester Young, allegedly composed onstage at the Half Note Café in March 1959, when Mingus learned that the great tenorist had just died.
Jerome Kern’s “Bill” is from the 1927 musical “Show Boat”, (and in its original version contained lyrics by novelist P.G. Wodehouse). Closing this show are two more evergreens, Thelonious Monk’s classic “Evidence” which Motian played with its composer back in the 1950s, and Charlie Parker’s “Cheryl”, one of the pieces that first defined bebop for the world.
Motian’s group concept and enlightened leadership has drawn an impressive cast of players to him, and earlier editions of the Electric Bebop Band included saxophonists Joshua Redman and Chris Potter, guitarists Kurt Rosenwinkel and Wolfgang Muthspiel, and bassist Steve Swallow. The current line-up is particularly strong – every group member is also a bandleader in his own right, and the players are in and out of each other’s groups with swinging abandon.
The range of musical identities within the Motian ensemble is well-displayed in Manfred Eicher’s audio panorama: Steve Cardenas and Jakob Bro stalk the left and right perimeters of the stereo picture, while Ben Monder hews to the centre, as does Jerome Harris. Tony Malaby and Chris Cheek are, respectively, centre left and centre right. Motian’s detailed drums and cymbals are everywhere, embellishing solo statements and driving the ensemble forward in his stubborn, unpredictable way.
. (www.ecmrecords.com).

Vorgestellt werden hier in der nächsten Zeit noch:

PAUL SIMON - surprise

L'HAM DE FOC - Cor de Porc

LIZZ WRIGHT - dreaming wide awake

NATASCHA ATLAS - Mishmaoul

Außerdem möchten wir hier noch einen der besten, zeitgenössischen Singer-/Songwriter vorstellen, der wirklich noch keine schlechte CD gemacht hat:

JACKIE LEVEN - diverse CDs

EDDIE HENDERSON PROJEKT - Precious Moments

FRISELL, CARTER, MOTION

ENDERS ROOM - Hotel Alba

TINGVALL TRIO - Skagerrak Die drei Protagonisten kommen aus verschiedenen Ländern und haben bei allem unterschiedlichen Background eine gemeinsame, aber eigenständige musikalische Ebene gefunden. Der schwedische Pianist Martin Tingvall, hat sein Handwerk u.a. von Bobo Stenson gelernt, der ihn eine Zeit lang unterrichtete. Schlagzeuger Jürgen Spiegel aus Bremen spielte zunächst vorwiegend als Rockschlagzeuger, überzeugt aber jetzt auch durch sein enorm facettenreiches, malerisches Schlagzeugspiel. Omar Rodriguez Calvo, kubanischer Bassist der Band, trat schon in Formationen von Ramon Valle und Roy Hargrove auf. Spätestens mit ihm bekommt die zwischen skandinavischen Jazz/Folk - Melodien und straighten Rockrhythmen pendelnde Musik eine südliche Leichtigkeit, die den Zuhörer im Sturm erobert. (www.skiprecords.com)

CHRISTIAN STRAUBE - Grand cru Sein Leben hat er der Musik gewidmet. Er sprüht vor Ideen. Seine Heimatstadt ist Speyer, wobei er selten vor Ort ist, da er seiner Lehrtätigkeit im schweizerischen Luzern (Gitarre), oder seiner Reiselust nachgeht.
Zuerst spielte er Rockmusik, und hat mit einigen Größen der Szene zusammengearbeitet (Deliverance, Barry McQuire). Dann folgte Klassik, das Studium und das Konzertexamen. Inspiriert durch die bretonische Musik, und seine klassische Ausbildung, kreiert er seinen eigenen Stil. Er verbindet das Lyrische des Folk, die Harmonik und Artikulation der Klassik, die Freiheiten des Jazz, sogar Rock-, Blues- und Popelemente greift er auf.
Er sagt, er sei auf der Straße zu Hause. Er liebt Frankreich - besonders die Bretagne -, ist viel gereist, kennt die Menschen. All das spiegelt sich in den Kompositionen. »Du Phare« erzählt von einer Bucht in der Bretagne, in der ein kleiner Leuchtturm steht. »Suzy sur mer«, »La matina in Ticino«, »Fest noz«, »Pia« – alle Stücke - sind gelebte Musik. Sie enthalten die Freiheit, die sein Leben prägt und die Sehnsucht, Leidenschaft und Zärtlichkeit einer sensiblen Seele. Leichtfüßig kommt diese Musik daher, und wurde exzellent aufgezeichnet.
Die Musiker: Christian Straube - Gitarre, Friedemann - Gitarre (»Für Moni«), Adrian Mears - Posaune, Roman Caprez - Posaune (»La Matina in Ticino«, »Avant la fête«), David Kummer - Oboe + Mundharmonika, Markus Faller - Perkussion, Thomas Heidepriem - Bass, Reinhold Hirth - Schlagzeug.
Aufgenommen und gemischt im Studio F, Bollschweil, 2005/2006; Produzent: Friedemann Witecka, Aufnahmetechnik: F. Witecka & Ingo Rau, Mischung: Johannes Wohlleben, Mastering: Johannes Wohlleben, Bauer Studios, Ludwigsburg. (www.vollton.com)


Die "Nachlese" von 2004


JOYOSA. Vier Musiker, die bereits zuvor in wechselnden Besetzungen zusammen spielten, haben sich zu einem Quartett vereint. Dieses Quartett hat keinen "Leader", sondern jeder Musiker hat eigene Stücke zu dieser CD beigetragen. Heraus gekommen ist wunderschöne, akustische Musik, die in Ungarn aufgenommen, und bei Walter Quintus abgemischt wurde. Die Musiker: M. Stockhausen - trumpet, flügelhorn; F. Snetberger - guitar; A. Anderson - bass; P. Heral - drums, percussion.

Lars Danielsson - Libera Me. Schwelgerische, entspannte und schöne Musik, die zum Teil vom Danish Radio Cancert Orchestra begleitet wird. Geschrieben und/oder arrangiert vom schwedischen Bassisten L. Danielsson. Als Gäste hören wir Nils Petter Molvaer, Jon Christensen, und die Sängerin Caecilie Norby in einem Stück. Eine Hybrid-SACD, die auch auf jedem gutem CD-Spieler eine wahre Freude ist. In diesem Zusammenhang möchte ich noch Tobias Sjögren erwähnen, der Gitarrist ist bei dieser Produktion beteiligt, hat aber auch unter eigenen Namen eine sehr schöne CD veröffentlicht. Die Musik ist der Libera Me ähnlich, und erinnert manchmal eine wenig an Pat Metheny. Schöne, überwiegend akustische Musik für die "schönen" Momente.

Gianluigi Trovesi Ottetto - Fugace. Kein Nachfolger des Sommernachts Traums, trotzdem finden sich Anklänge an dieses Meisterwerk hier wieder. Auch wenn einige Stücke zuerst etwas "sperrig" sind, sollten sich auch Nicht-Jazz-Hörer mit dieser Scheibe anfreunden, das könnte zu einer sehr langen Freundschaft führen. Fugace ist aufnahmetechnisch perfekt, da bürgt ECM immer noch für Qualität. Die Musik entwickelt einen Sog, dem man sich (nach einiger Eingewöhnung), nur schwer entziehen kann. Das meiner Meinung nach beste Urteil über eine CD lautet: Diese Scheibe wird man auch in 10 Jahren noch Hören, und sie wird nichts von Ihrer Faszination eingebüßt haben !! Die Besetzung besteht aus drei Bläsern, einem Violoncello, zwei Bässen, Percussion und Schlagzeug.

TRI CONTINENTAL - drifting. Offensichtlich eine Band, die wie wir die Songs so livehaftig wie möglich "in die gute Stube" transportieren möchte. Die neue CD ist Live im Studio aufgenommen, neben den 4 Musikern waren eine Handvoll erlesenes Publikum anwesend. Vor Publikum spielen viele Musiker engagierter, und im Studio gibt es bezüglich der Technik nicht die bei einem Livekonzert üblichen Beschränkungen und Unzulänglichkeiten. Eine "perfekte" CD in dem Sinne, dass die Atmosphäre der Aufnahme praktisch 1 : 1 für den Zuhörer erfahrbar wird.

Terry Callier - Lookin' out. Eine exzellente Singer/Songwriter-Scheibe, mit Aussage kräftigen Geschichten, wunderschön erzählt und instrumiert. Zwar im Studio aufgenommen, aber trotzdem eine CD, die einen in der Welt des T. Callier versinken lässt. Wer Singer/Songwriter-Kunst auf hohem Niveau erleben möchte, sollte "ein Ohr" riskieren.

Rickie Lee Jones - The evening of my best day. Endlich wieder eine wirklich gute CD mit der manchmal etwas "abgehobenen" Sängerin !! Wie gewohnt in perfekter Aufnahmequalität, 12 rundherum gelungene Stücke.

Neue und gute Scheiben seit Januar 2004


Chris Jones - Automobiles and Roadhouses. Ein ganz dickes Lob an Günter Pauler und stockfisch-records.de !! Hervorragende Songs von Chris Jones, schön (akustisch) instrumentiert, und perfekt aufgenommen. Gäbe es Punkte, würde in jeder Kategorie die Höchstzahl fällig !! Wer Singer/Songwriter mag, und schön erzählte Geschichten zu schätzen weis, wird begeistert sein. Aber kaufen Sie sich bitte das Original, diese Aufnahme ist so fantastisch, dass wohl jede Kopie schlechter sein wird.

Dave Matthews - Some Devil. Ebenfalls eine Singer/Songwriter-Scheibe, mit schön erzählten Geschichten, die allerdings aufnahmetechnisch im Vergleich zu den Stockfisch Produktionen stark abfällt. Wegen der Songs dennoch empfehlenswert, außerdem kann man wunderbar hören, wie der gnadenlose Einsatz von Studiotechnik und Multitracking aus Musik ein "Produkt" macht.

Indigo Girls - All that we let in. Diesmal ein Outing der besonderen Art: Ich mag die Indigo Girls !! Die neue CD ist (schon wieder) eine Singer/Songwriter-CD, zwar nichts wirklich Neues, aber mit allen Qualitäten, die wir an den Indigo Girls schätzen: Songs mit "Inhalt", natürlich überwiegend akustisch eingespielt, schöner, zum Teil mehrstimmiger Gesang, eine wirklich gute Aufnahme, usw.
Müßte ich Rezensionen schreiben, erschiene wahrscheinlich zu jeder Scheibe der "Girls" der gleiche Text. Aber lassen Sie sich nicht täuschen, was sich scheinbar langweilig anhört (mein Text), wird von den beiden Damen und Ihren Mitmusikern in immer wieder spannende Songs umgesetzt, die auch nach mehrmaligem Hören nicht langweilig werden.

Renaud Garcia-Fons - Entremundo. Wie wohl alle Besucher dieser Seite wissen, sind wir Fans von Renaud Garcia-Fons, dem famosen 5-string Bassisten ! Gerade erschienen (Juni 2004) ist eine neue CD, der Titel ist Programm, geboten wird allerfeinste "Weltmusik", in Trio-Besetzung (b,dr,g) mit Gästen. Wer die anderen Scheiben von und mit Renaud Garcia-Fons mag, wird auch diese mögen. Die CDs erscheinen bei enja-records, so dass schon traditionell perfekte Aufnahmen "abgeliefert" werden. Übrigens verschickt enja auf Anforderung einen kostenlosen E-Mail-Newsletter, so dass man immer weis, was gerade "gespielt" wird.

Rudy Linka - Lucky Southern. In eine ganz andere Richtung wie der Bass von Renaud Garcia-Fons, geht die Gitarre von Rudy Linka. Was zusammen mit Abercrombie, Scofield, Dan Fabricatore und Kenny Wollesen geboten wird, kann man wohl am Besten als "contemporary jazz" bezeichnen. Eine akustische und 2 elektrische Gitarren erzählen, zusammen mit Bass und Schlagzeug, "moderne" Geschichten, denen die Melodie und Romantik nicht verloren gegangen sind.

Tri Continental. Nicht Neu, aber dennoch eine Erwähnung wert: Die erste Scheibe der 3 famosen kanadischen Gitarristen mit den Wurzeln von drei Kontinenten. Erschienen sind alle Tri Continental CDs bei dem Bremer Label Tradition und Moderne, unter www.tradition-moderne.com erfährt man, was sonst noch so geboten wird. Teilweise sehr engagierte Projekte, die unser aller Unterstützung verdienen. Auf der Homepage können Sie die CDs direkt bestellen.

Eine haben wir noch für 2003 !


Colours of Siam. Eine Zusammenarbeit der WDR BIG BAND Cologne mit Thorsten Wollmann, der Stücke geschrieben hat, die (entfernt) an Thailand erinnern sollen. Eher ruhige Stücke und schöne Melodien, die eher im (westlichen) Jazzstil geschrieben sind. Komplexe, leichtfüßige Arrangements, sehr entspannend, und diesmal ohne Übersteuerungen aufgenommen.

Neue und gute Scheiben seit September 2003


Jean-Louis Matinier - Confluences. Wie wohl alle Besucher dieser Seite wissen, sind wir Fans von Renaud Garcia-Fons, dem famosen Bassisten ! Auf dessen CDs spielt eigentlich immer Jean-Louis Matinier das Accordeon, und auf dieser CD natürlich Garcia-Fons den (akustischen) Bass. Wer den Letzteren mag, wird auch diese CD mögen ! Es ist dennoch keine Garcia-Fons-CD unter anderem Namen, das Accordeon steht im Mittelpunkt, daneben setzt die Flöte von B. Rangell schöne Kontraste, ergänzt von der "Rhythmus-Gruppe" aus akustischer Gitarre (N. Veras) und Bass. Eher ruhige Stücke, schöne Melodien unaufgeregt gespielt von Meistern Ihres Fachs. Komplexe Arrangements, die mehrfaches Anhören zu einem Vergnügen machen, ohne aber "anstrengend" zu sein.

Radio Tarifa - Fiebre. Wenn es eine Band gibt, die es versteht, den Saal "zum Kochen zu bringen", dann wohl Radio Tarifa !! Bei den bisher erhältlichen Studioproduktionen hatte man das immer nur geahnt, mit dieser in Montreal !! aufgenommenen CD wird es zur Gewissheit. Natürlich eine perfekt gelungene Aufnahme, die Spielfreude der Band und die Begeisterung des Publikums wird auch auf der heimischen Anlage erfahrbar !!

Ry Cooder + Manuel Galban - Mambo Sinuendo. Wenn draußen die Sonne nicht mehr so häufig scheint, und die Temperaturen eher frostig sind, wärmt man sich gerne von Innen !! Die Einen so, die Anderen mit Musik, z.B. mit der Midprice-CD "Mambo Sinuendo". Bis auf ein oder zwei schwächere Titel eine wunderschöne CD, die die beiden mit zahlreichen Mitstreitern sehr abwechslungsreich gestalten.

Ebenfalls sehr gut: Holly Cole - shade - Ein Abgesang auf den heißen Sommer.
Dhafer Youssef - Digital Prophecy - Man sollte sich vom Titel nicht abschrecken lassen, es ist genauso gute, fast überwiegend akustische Musik wie auf den Vorgänger-Alben, mit einigen ganz kleinen, elektronischen Ergänzungen.
Baka beyond - east to west - Die Verbindung keltischer Musik mit allen möglichen Einflüssen, sehr schöne "Gute Laune Musik" !!

Neue und gute Scheiben seit Januar 2003


TRI CONTINENTAL - Let's play. Der Nachfolger der TRI CONTINENTAL-LIVE-CD, das Gitarren-Trio mit Eigen-Kompositionen und dem Lennon/McCartney-Klassiker "With a litte help from my friends". Wiederum wunderschöne, eingängige Songs zwischen Blues, Folk und Weltmusik, diesmal im Studio aufgenommen, aber praktisch wie LIVE !! Über eine gute Anlage meint man, in dem Moment dabei zu sein, wenn die Songs entstehen !! Als Gast ein Inder aus Köln: Ramesh Shotham - percussion.

MYRIAM ALTER - IF. M. Alter schrieb und arrangierte 10 wunderschöne "Songs", die nach ihren eigenen Worten all die kulturellen Einflüsse, denen Sie in ihrem Leben ausgesetzt war, wiederspiegeln. Wunderschöne, eher ruhige Titel zwischen Jazz und Weltmusik, die mit Bandoneon (D. Saluzzi), Klarinette (J. Ruocca), Klavier (K. Werner), Bass (G. Cohen) und Joey Barrons's Schlagzeug in einer Art interpretiert werden, dass man meint, " alten Freunden" wieder zubegegnen. Perfekte, "livehaftige" Studio-Aufnahme.

ABDULLAH IBRAHIM - African Magic. Die CD wurde live im "Haus der Kulturen der Welt", in Berlin bereits im Jahr 2001 aufgenommen. Der südafrikanische Pianist präsentiert im Trio mit B. Bullock (bass) und S. Kunene (drums) seine Interpretation des "Bolereo". Vor dem Hintergrund der Situation der Schwarzen in Südafrika, kann es sich dabei nur um einen "blue bolero" handeln. Intensive, packende, eher ruhige Stücke in Moll, wobei die Verbindung zum "Bolero" nur angedeutet wird. Auch diese Live-Aufnahme ist sehr gut gelungen, die Musik "atmet und lebt", Musiker, Raum und Publikum werden uns hautnah präsentiert.

Neue und gute Scheiben seit Januar 2002


TRI CONTINENTAL - LIVE. Die live von RADIO BREMEN bereits im Jahr 2000 aufgenommene Doppel-CD des Gitarren-Trios TRI CONTINENTAL ist eine der besten Live-Aufnahmen der letzten Jahre. Wunderschöne, eingängige Songs zwischen Blues, Folk und Weltmusik, von Meistern ihres Fachs vorgestellt. Unbändige Spielfreude, Auflösung an der Grenze des Machbaren, ein (zurecht) begeistertes Publikum; mit einer guten Anlage fast "noch besser als Live".

Neue und gute Scheiben seit Januar 2001


DHAFER YOUSSEF - electric sufi. Nach dem wunderbaren Debüt von 2000 "MALAK" nun der nahtlose Anschluss. Indische Flöten, karibische Percussion, urbaner Funk, grooviger Bass und Muthspiels Gitarre verbinden sich mit der Oud und Stimme D. YOUSSEFs zu einer intensiven Melange. Relativ eingängig und klangtechnisch brillant, unwiderstehlich!
MICHEL PORTAL - minneapolis.
Hier ist jedes Wort zuviel, M. PORTAL zusammen mit amerikanischen, jungen Musikern. Anhören und abheben!
SOURIBA KOUYATÉ - bamana.
S. KOUYATÉ stammt aus dem Senegal, seine westafrikanische Harfe (=Kora) hat er modifiziert und sein Spiel um gitarristische Techniken erweitert. Mit Ausblicken auf Jazz und Worldmusik spielt er mit französischen Begleitern klangschöne Musik ohne Grenzen.

ANOUAR BRAHEM - astrakan cafe. Maurisch orientierter Purismus, mit Oud, Klarinette und Percussion (bendir + darbouka). Ruhig, aber nie langweilig.
THE CHICK COREA NEW TRIO.
Unbändige Spielfreude, enorme Dichte und beflügelndes Zusammenspiel, dazu attraktive Mittel wie Tango und Flamenco, Jazz-Waltz u.a. Hörenswert!
LALO SCHIFRIN und die WDR BIG BAND COLOGNE - esperanto.
SCHIFRINS Melodien, arrangiert für eine Big Band, mitreißend. (leider bei einigen Solos übersteuert !!)

CHARLIE HADEN - nocturnes = Nachtmusik, Musikstücke mit träumerischem und weichem Charakter. Diese Klassifizierung trifft genau, wer Charlie Haden kennt, weis dass das nicht gleichbedeutend mit Langeweile ist. G. RUBALCABA am Klavier und I. BERROA an den Drums, als Gäste u.a. J. LOVANO, P. METHENY u.a.
SEYDU - diamond tears,
Bereits sein Großvater weihte SEYDU in die Klangvielfalt der Percussions-Instrumente ein. SEYDU, in Sierra Leone geboren und heute in Spanien lebend, malt das Lied seiner von Bürgerkriegen überzogenen Heimat in phantasievollen, pastellenen Tönen. Nicht traurig, eher nachdenklich klingen seine Songs von betörender Schönheit. Üppig ausgestattetes Album der Firma NUBENEGRA, leider ziemlich teuer.
TARIKA - soul makassar
, mal eben schnell nach Madagaskar, mit einer guten Anlage und dieser CD kein Problem!

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Stephan Horwege
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Ortsteil Neuenkirchen bei Bremen.